Messe: Mein Leben

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An beiden Messetagen, 21. und 22. Februar 2015, konnte die Greenpeace-Gruppe Kempten auf der MESSE meinLeben!  zahlreiche Besucher über das wichtige Thema informieren und zum Mitmachen (Protest an Minister Schmidt) bewegen. 

Die Europäische Kommission stellte bereits 2008 fest, dass Teile der EU-Fangflotte pro Jahr erheblich mehr Fisch fangen, als durch die natürliche Vermehrung nachwachsen kann. Über 80 Prozent der Speisefischbestände gelten heute als überfischt. Trotz entsprechender internationaler Vereinbarungen ist eine Verbesserung der Lage nicht in Sicht. Schuld daran sind einerseits die zu hohen und nur die Großfischerei begünstigenden Fangquoten und andererseits die Tatsache, dass Fischereikonzerne die geltenden Bestimmungen gezielt umgehen – ohne dass ihnen Strafen drohen. Dies gilt für die sog. Fischereimonster, wie das unter deutscher Flagge fahrende Fabrikschiff „Helen Mary“. Die 116 Meter lange schwimmende Fabrik mit Tiefkühlhallen an Bord kann 6900 Tonnen Fisch laden und fischt weltweit. Beim Einsatz ihrer Schleppnetze wird eine Schädigung oder gar Zerstörung des Meeresgrundes billigend in Kauf genommen – und die bis zu 80 Prozent Beifang – auch von bedrohten Arten – werden verletzt über Bord geworfen, z.B. Hammerhaie, Großrochen oder Delfine. Laut einer FAO-Studie von 2010 fangen die 2 % Fabrikschiffe unter den rund 3,2 Millionen Fischereischiffen mehr Fisch als der ganze Rest.

 

GREENPEACE fordert ein globales Umdenken zugunsten einer nachhaltigen Fischerei. Da die Großkonzerne dazu nicht bereit sind, gibt es nur die Möglichkeit, der Großfischerei bei den anstehenden Verhandlungen die Fangquoten zu reduzieren zu Gunsten der vielen kleinen Fischer, die nachhaltig arbeiten. Auf jeden Fall sollten die Fangquoten so verteilt werden, dass Anreize für Fischer und Unternehmen geschaffen werden, die den geringsten ökologischen Schaden verursachen und den größten Nutzen für die Gesellschaft erbringen. Überkapazitäten bei den „Monsterschiffen“ sind auf jeden Fall abzubauen.

Um die Position von Bundesernährungsminister Christian Schmidt bei den Verhandlungen über Fangquoten zu stärken, führt GREENPEACE derzeit eine Postkartenaktion durch, die Entscheidungen im oben genannten Sinn fordert. Auf der Messe haben um die 600 Besucher die Forderungen von Greenpeace durch Unterzeichnung einer Protestkarte unterstützt.

 

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